Gute Vorsätze 2014 2015 2016

Mit den guten Vorsätzen für das neue Jahr verhält es sich meist wie mit den To-do-Listen. Man findet eine alte Liste von vor einigen Jahren und stellt fest, dass man eigentlich einfach das Datum ändern kann, und die zu erledigenden Aufgaben und Vorsätze sind immer noch aktuell.

Aber woran liegt es, dass es uns so schwer fällt, unsere guten Vorsätze einzuhalten? Stecken wir uns die Ziele zu hoch? Ist es unmöglich, mit dem Rauchen aufzuhören, mehr zu lesen statt fernzusehen, gesünder zu leben und mehr Sport zu treiben? Oder meinen wir gar nicht, was wir sagen? Ist es einfach Mode an Silvester lautstark zu verkünden, was alles geändert wird, sobald der Zeiger die 12 überschreitet?

Schon in der ersten Minute des neuen Jahres werden etliche gute Vorsätze über Bord geworfen. Da wird der Vorsatz „Im neuen Jahr werde ich weniger Alkohol trinken“ hinausposaunt und im gleichen Moment das Glas erhoben, um darauf zu trinken. „Im neuen Jahr höre ich auf zu qualmen“ wird meist noch in derselben Nacht beendet mit „aber die Schachtel rauche ich noch auf“. Und der Plan, netter zueinander zu sein, löst sich in Schall und Rauch auf, sobald auf dem Heimweg der Streit um das einzige freie Taxi entbrennt.

Natürlich bedarf es einer gehörigen Portion Selbstdisziplin, seine eigenen guten Vorsätze tatsächlich einzuhalten. Oder genug Witz, um am Silvesterabend über dem sozialen Druck zu stehen und die Frage nach den guten Vorsätzen damit abzutun, dass man sich vorgenommen hat, im neuen Jahr mehr zu trinken, endlich mit dem Rauchen anzufangen und den längst überfälligen Streit mit den Nachbarn nun wirklich mal vom Zaun zu brechen.

Vielleicht sollten wir einfach einmal innehalten und uns überlegen, ob es nicht der beste Vorsatz wäre, dankbar zu sein und zufrieden mit dem, was wir bereits haben, denn objektiv gesehen und gemessen an den Problemen anderer geht es den meisten von uns doch ausgesprochen gut.

Oder ist das am Ende gar der schwierigste Vorsatz von allen?